 Jedes Jahr zwischen Juni
und September die gleichen Meldungen: Tote und Verletzte
und tausende Hektar Wald, die ein Raub der Flammen
wurden. In den Gebieten rund um das Mittelmeer steigt mit
dem Juni die Waldbrandgefahr an.
Während bis in
den Mai hinein noch Tiefdruckgebiete mit Regen auftreten,
wird es im Juni meist richtig trocken.

Ein
großes Tiefdruckgebiet über Sizilien bringt im
gesamten
Mittelmeerraum Regen. Diese Aufnahme stammt aus dem
Februar.
Von Barcelona
bis Haifa fallen im Juli und August kaum noch
Regentropfen und die Temperaturen steigen dramatisch an.
Die Sonne scheint im Mittel pro Tag 8-12 Stunden lang und
dörrt den Boden so richtig aus.
Nur noch weniger als 10 l/m2
Regen fallen im Juli und August in Athen. Bei
Höchstwerten bis über 40 Grad sind dies nur die
berühmten Tropfen auf den heißen Stein. In Deutschland
fallen im Sommer über 60 l/m2 bei wesentlich kühleren
Temperaturen und somit wesentlich geringerer Verdunstung.
Ein Waldbrand
entsteht sehr leicht und ist nicht immer durch Menschen
verursacht. Häufige Ursache sind Blitze von Gewittern.
Schlagen diese in Bäumen oder Büschen ein, entstehen
Feuer, die sich trotz Gewitterregen schnell ausbreiten
können. Auch durch intensive Sonneneinstrahlung und hohe
Bodentemperaturen (über 60-70 Grad werden am Boden
erreicht) können auf natürliche Weise Brände
entstehen. Die Hauptschuld an den Wald- und Buschbränden
trägt jedoch der Mensch.
Durch Unachtsamkeit achtlos weggeworfene Zigaretten sind
immer noch trotz zahlreicher Warnschilder in den
Waldgebieten eine häufige Ursache der Brände. Leider
werden immer wieder auch Feuer absichtlich gelegt, um
später diese Landstücke für andere Zwecke zu nutzen.
Der Gesetzgeber hat dieser Form der
"Brandrodung" in den meisten Mittelmeerländern
einen Riegel vorgeschoben.
Schlimm werden
lokale kleine Brände, wenn sie durch einen starken Wind
schnell zu großen Feuern werden und mit immenser
Geschwindigkeit durch den Wald fegen. Durch raschen
Richtungswechsel wird die Brandentwicklung unvorhersehbar
und somit immens gefährlich.
Übrig bleiben
nach einem schweren Waldbrand nur verkohlte Baumleichen.
Der nächste Platzregen kann die Bodenschicht nun leicht
abtragen. Es dauert Jahre, um einen abgebrannten Wald
wieder aufzuforsten.

Baumleichen
an der Französisch/Spanischen-Grenze nach einem
heftigen
Waldbrand, der schon ein paar Jahre zurück liegt.
Überall auf
der Welt, wo es klimatisch bedingt längere
Trockenperioden gibt, besteht immense Waldbrandgefahr.
Einige der Brennpunkte sind ebenfalls dauernd in den
Medien. In diesem Jahr traf es besonders Florida.

Besonders
im heißen und trockenen Sommer '98 gab es in Florida
häufig Waldbrände, die auch Menschenleben kosteten.
Kehrt durch
kühlere Temperaturen und Regenwolken Ruhe im
Mittelmeerraum ein, geht die Waldbrandsaison in
Australien los. Zwischen Dezember und Februar ist es
besonders heiß und trocken und die Feuerwehr im
Dauereinsatz.

Satellitenbild
der östlichen Hälfte Australiens. Am
unteren Bildrand ist Tasmanien noch zu erkennen
Karsten Brandt
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